Denken Sie mal darüber nach...

...warum im Einsatz die Feuerwehr oft brummelich erscheint?

 

Hierzu gleich vorne weg: ENTSCHULDIGUNG!

 

Es kommt leider immer wieder vor, dass man von einer Einsatzkraft etwas schroff des Weges verweisen wird. Wir können jetzt zwar nur von uns sprechen, aber ich denke, wir dürfen im Namen aller Institutionen sprechen: Das ist nicht so gemeint!

 

Zum besseren Verständnis stellen Sie sich bitte vor, Sie werden von zu Hause aus dem Kreise Ihrer Familie gerissen, womöglich gerade an einem sonnigen Sonntagnachmittag, der Kaffeetisch war gerade fertig gedeckt. Sie eilen zum Gerätehaus und fahren zu einem Verkehrsunfall. Die Szenerie, welche Sie dort erwartet, ist alles andere als schön. Sie sollen trotz allem Leid und Elend das vor Ihnen liegt ihre Arbeit ruhig und professionell machen. Menschen mit Schmerzen schreien um Sie herum, Angehörige liegen Ihnen permanent in den Ohren und Fragen wie schlimm es denn nun sei, Polizisten drängen immer wieder dazwischen, weil Sie Personalien oder wichtige Informationen brauchen, Ihr Einsatzleiter fragt nun schon zum zehnten Mal, wie lange Sie noch brauchen und dann kommt ein genervter Passant und fragt Sie neugierig: "Was ist denn hier passiert?" oder "Gibt es hier Tote?", gerne auch mal "Wann kann man denn hier wieder durch?" und zur Krönung des Ganzen schießt er dann noch schnell ein Foto, da im Zeitalter der Smartphones jedermann jederzeit zum berufenen Presse-Fotograf werden kann.

 

Das es noch schlimmer geht, ist ebenfalls klar! In den vergangenen Jahren hat kein Phänomen derart zugenommen, wie die Gafferei und Gewalt gegen Einsatzkräfte! Man muss es an dieser Stelle einfach klar sagen: Es ist leider inzwischen die Regel, anstatt die Ausnahme. Fragen Sie einen Feuerwehrmann, einen Polizisten oder einen Rettungssanitäter - sie alle werden Ihnen unfassbare Geschichten erzählen können, welche an Egoismus, Dummheit und Dreistigkeit kaum zu überbieten sind. Statt für einen Moment seine persönlichen Bedürfnisse und Vorhaben zum Wohle eines Verletzten oder in Lebensgefahr schwebenden Menschen hinten anzustellen, wird gedrängelt, genörgelt und gemeckert, die Einsatzkräfte an ihrer Arbeit gehindert oder im schlimmsten Fall sogar körperliche Gewalt gegen diese eingesetzt! Dazu fehlen uns schlicht die Worte! Am Ende müssen wir unsere Energie und unsere Kraft darauf verwenden, mit einem Passanten zu diskutieren, zu streiten oder schlimmstenfalls uns gegen ihn körperlich zur Wehr zu setzten, statt Menschen in Not zu helfen. Unsere Gesellschaft sollte sich fragen, ob das der Weg ist, welchen wir in Zukunft gehen wollen.

 

Vielleicht können Sie dann verstehen, dass man sich in dieser Situation etwas im Ton vergreift? Wenn wir jetzt nicht mehr extrem höflich auf alle Eventualitäten antworten und die gewünschten Informationen an Außenstehende verteilen?

 

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