Denken Sie mal darüber nach...

...was ich machen kann, wenn hinter mir ein Einsatzfahrzeug mit Martinshorn und Blaulicht kommt?

Wer hat es noch nicht erlebt - dichter Feierabendverkehr in der Innenstadt und dann auch noch das...von hinten kommt mit Blaulicht und Martinshorn die Feuerwehr. Was jetzt?

 

Sie wären entsetzt, wenn Sie wüssten wie viele Verkehrsteilnehmer hier falsch reagieren, und was das für die Fahrer der Einsatzfahrzeuge bedeutet. Es wäre bestimmt die beste Aufklärung, jeder Autofahrer würde nur einmal eine Signalfahrt mitmachen. Denn aus der Sicht der Einsatzfahrzeuge, würde bestimmt den meisten vieles klar werden. Das Problem bei der Sache ist, dass man sich vorher keine Gedanken über solch eine Situation macht. Kommt dann aber das Blaulicht, dann werden die meisten hektisch und machen prompt das Falsche!

 

Ziel der ganzen Sache ist für ein Einsatzfahrzeug, so schnell wie möglich an den Einsatzort zu kommen. Das heißt im Klartext, so schnell wie es der Verkehr zulässt mit so wenigen Bremsmanövern wie möglich. Die Feuerwehrfahrzeuge haben in der Regel zwischen elf und 15 Tonnen Gewicht. Sie können sich vorstellen, was es heißt hier eine Vollbremsung durchzuführen, wieder mit Vollgas anzufahren und diesen Kreislauf unzählige male bis zur Einsatzstelle zu wiederholen.

 

Daher muss der Fahrer eines Einsatzfahrzeuges beide Verkehrsrichtungen im Blick haben und sich seine Route zwischen Verkehr und Gegenverkehr einige Sekunden im Vorfeld schon suchen. Verhält sich nun ein Verkehrsteilnehmer anders als erwartet, wird es bereits eng. Und es wird sehr oft eng!

Fatal ist, einfach mitten im Verkehr stehen zu bleiben! Denn das heißt unweigerlich "Stillstand". Versuchen Sie einen kleinen Augenblick locker zu bleiben, behalten Sie Ihr Tempo bei und suchen Sie sich vorausschauend eine Lücke, eine Einfahrt oder eine Seitenstraße in die Sie fahren können.  Dann geben sie den Umständen angepasst Gas um Ihre Ausweichstelle zügig zu erreichen. Teilen Sie das dem nachfolgenden Einsatzfahrzeug mit, in dem Sie den Blinker setzen. Oftmals ist die Flucht nach vorne die Beste. Behalten Sie jedoch das Einsatzfahrzeug durch den Rückspiegel stets im Blick. Es könnte ja sein, dass dieses genau in Ihre Lücke oder Seitenstraße abbiegen muss. Ist dies der Fall, so zeigen das Einsatzfahrzeuge auch oder trotz Blaulicht und Martinshorn immer ebenfalls mit dem Blinker an!

 

Ist ein Ausweichen unmöglich, dann fahren Sie äußerst rechts. Tut dies der Gegenverkehr ebenfalls, dann sollte in der Mitte der Fahrbahn genug Platz entstehen, damit ein Einsatzfahrzeug passieren kann.

 

Vor Kreuzungen und/oder Ampeln wird es oft sehr schwer ausreichend Platz zu schaffen. Hier bleibt oft nur ein Ausweichen an den Fahrbahnrand. Dies wird jedoch extrem erleichtert, wenn nach vorne hin Platz geschaffen wird. Es sollten die ersten Fahrzeuge die Ausweichmöglichkeit auf die Kreuzung suchen. Auch über rote Ampeln hinweg! Das sollte natürlich langsam und mit äußerster Vorsicht geschehen. Und zwar so, dass der kreuzende Verkehr drauf reagieren kann und die Kreuzung nicht blockiert wird. Auch hier gilt die herannahenden Einsatzfahrzeuge zu beobachten, um Ihre Fahrtrichtung vorhersehen zu können. Keinesfalls müssen Sie sich Gedanken über eine eventuelle strafrechtliche Belangung wegen dem Überfahren einer roten Ampel machen, wenn Sie dadurch einem herannahendem Einsatzfahrzeug die zügige Durchfahrt ermöglicht haben.

 

Sind Sie auf einer Autobahn oder mehrspurigen Fahrbahn unterwegs, so sollte immer zwischen der linken und der nächsten rechts folgenden Fahrspur eine Rettungsgasse gebildet werden. Und das bereits wenn sich der Verkehr staut! Es reicht in der Regel aus, wenn sich die linke Spur ganz nach links orientiert, die nächst rechts gelegene Spur nach rechts.



Bedenken Sie, dass oftmals weitere Einsatzfahrzeuge nach dem ersten folgen können. Ein weiterer Blick in den Rückspiegel kann nicht schaden!

 

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