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Abteilungskommandant

Ein Abteilungskommandant (oder auch in Österreich Zugskommandant genannt) ist der Kopf einer Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr bzw. einer Gemeindefeuerwehr. Ein Abteilungskommandant sollte mindestens die Ausbildung eines Zugführers haben. Er bildet die administrative Spitze einer Abteilung, oftmals ist der Abt.Kom. auch der Gruppen- bzw. Zugführer in einem Einsatz. Er ist im Einsatz gekennzeichnet durch einen roten, umlaufenden Ring am Helm. Diese Helmkennzeichnung kann allerdings auch von einem Beamten des gehobenen feuerwehrtechnischen Diensten getragen werden. Sein Dienstgrad an der Uniform wird nach alter Norm durch einen Stern über den silbernen Schwingen gekennzeichnet, nach neuer Norm durch zwei Balken unter den silbernen Sternen. 
Ein Abteilungskommandant wird von der Abteilungsversammlung auf 5 Jahre gewählt. Ihm übergeordnet ist der Kreisbrandmeister oder in Baden-Baden der Stadtfeuerwehrkommandant.

Abschnittsleiter

Ein Abschnittsleiter wird in der Regel bei größeren, unübersichtlichen oder großräumigen Einsätzen bestimmt. Er bildet dann das Bindeglied zwischen den einzelnen Gruppenführern oder Zugführern und dem Einsatzleiter. Einem Abschnittsleiter können taktische Einheiten unterstehen, er kann aber auch für logistische Teilbereiche eingesetzt werden. Abschnittsleiter sollen mindestens die Ausbildung zu einem Zugführer absolviert haben.

 

Angriffstrupp

Taktische Einheit, bestehend aus (in der Regel) zwei Mann. Er ist primär zur Menschenrettung und Brandbekämpfung bzw. zur Personenbefreiung bei technischer Rettung gedacht. Er rüstet sich (in der Regel) schon auf der Anfahrt mit Atemschutz aus. Der Angriffstrupp ist Teil einer Staffel oder einer Gruppe.

Anschlagpunkt

(oder auch Festpunkt) Bei Einsätzen mit Absturz- oder Höhensicherung schwerer oder baulich fester Gegenstand zum "anschlagen" einer Sicherungs- / Absturzleine.

ATF (Angriffstrupp-Führer)

Führer des (in der Regel) zweiköpfigen Angriffstrupps.

ATM (Angriffstrupp-Mann)

Mannschaftsposten innerhalb des (in der Regel) zweiköpfigen Angriffstrupps.

A-Rohr

Bei der Feuerwehr (außer bei Saugleitungen) ein recht seltener Durchmesser einer genormten Rohrgröße. Durchmesser 110 Millimeter, genormte Längen 5 und 20 Meter.

Bereitstellungsraum

Ein Bereitstellungsraum ist eine Stelle, an der Einsatzkräfte und Einsatzmittel für den unmittelbaren Einsatz oder vorsorglich gesammelt, gegliedert und bereitgestellt werden.

Der Standort des Bereitstellungsraums befindet sich in sicherer Lage in der Nähe zum Einsatzort, so dass die Kräfte schnell dorthin gelangen können ohne selbst gefährdet zu sein. Im Bereitstellungsraum stehen die Einsatzkräfte möglichst geordnet nach Art, Funktion oder Einheitszugehörigkeit ohne gegenseitige Behinderung.

BMA

Abkürzung -> siehe "Brandmeldeanlage"

BMD

Der Motorola BMD ist ein Bautyp eines Funkmeldeempfänger, der primär im BOS-Funkbereich eingesetzt wird. Obwohl schon 1984 eingeführt, findet man den BMD heute noch wegen seiner Robustheit und der einfachen Handhabung bei vielen Hilfsorganisationen, die analog alarmieren. Ausgelöst wird der BMA mit einer klassischen 5-Ton-Folge auf dem 4m-Funkbereich. Es gibt jedoch auch eine Bauvariante für den 2m Bereich.

BG 4

Produktname eines Kreislaufgerätes der Fa. Dräger. Genaue Beschreibung siehe unter Kreislaufatmer.

BOS-Funk

...steht als Abkürzung für "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" und ist ein seperater Teil des UKW-Landfunkbereichs. Den BOS-Funk verwenden Feuerwehr, Rettungsdienste, das THW, Polizei der Länder, Bundespolizei, Zoll, der Katstrophenschutz, teilweise die Bundeswehr und andere Organisationen welche vom Bundesministeriums des Inneren dazu ermächtigt werden. Das Funknetz ist unterteilt in 4-Meter-Band, 2-Meter-Band und im Richtfunkt 70cm- und 8-Meter-Band. Die Längenangabe beschreibt hierbei die Länge der Funkwelle. Alarmierungen erfolgen im BOS-Funk klassischerweise im 5-Ton-Verfahren.

 

BOS-Funk wurde in der Vergangenheit als analoges Funksystem ausgebaut. Ab den späten 1980er Jahren begann man jedoch mit der Entwicklung eines digitalen BOS-Funks, welcher ein wesentlich größeres Potential an Verschlüsselungsmöglichkeiten bieten sollte. Dies war beim analogen BOS ein großer Nachteil. Aus dieser Entwicklung ist das heutige TETRA-Funknetz entstanden.
Das Ziel, bis 2012 bundesweut auf Digitalfunk umzustellen ist jedoch noch nicht geschafft. So funkt auch die Feuerwehr in Baden-Baden noch analog. Allerdings läuft der TETRA-Funk schon parallel zu analogen BOS mit.

Brandmeldeanlage

Brandmeldeanlagen sind elektronische Systeme, welche ein Gebäude oder eine Einrichtung mittels Rauchmelder überwachen und via Fernmeldeweg mit der Feuerwehr verbunden sind. BMAs erstrecken sich über bestimmte Bereiche von Gebäuden, wie z.B. Treppenhäuser, Flure, Zimmer etc. und unterteilen diese auch in so genannte Melderlinien. Eine BMA kann in der Regel mehrere Melderlinien und diese wiederum mehrere einzelne Melder haben. Löst einer dieser Melder aus, sendet die BMA einen Alarm an die Feuerwehr, welche dann umgehend ausrückt. Am Objekt angekommen, kann die Feuerwehr an der Melderzentrale ablesen welche Linie und welcher Melder ausgelöst hat. Anhand eines Plans, einer sog. Laufkarte kann man dann auch in unübersichtlichen Objekten den Weg zum betroffenen Bereich finden. 

Brandmeldeanlagen haben (leider) eine recht hohe Fehlerquote. Sie können getäuscht werden, z.B. durch Wasserdampf, Zigarettenrauch oder einen gänzlich unbegründeten Fehlaralm auslösen. Wenn aber tatsächlich ein Feuer ausbricht, dann wird dies meistens schon in der ersten Entstehungsphase erkannt. Die Feuerwehr trifft dadurch auch zu einem Zeitpunkt ein, in dem das Feuer mit wenig Aufwand und geringer Personenzahl bekämpft werden kann. Insofern sind BMA besonders sinnvoll in öffentlichen Gebäuden, Hotels, Kliniken, Pflegeheimen oder Schulen. Ab einer gewissen Größe oder Nutzung eines Gebäudes sind BMAs durch die Landesbauordnung gesetzlich vorgeschrieben. Die Zahl der ausgedehnten Brände ist in Baden-Baden dadurch deutlich zurückgegangen.