Feuerwehrpedia D - F

Einsatzleiter

In Baden-Baden ist der Einsatzleiter in der Regel ein Beamter des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes. Rein gesetzlich kann ein Einsatz, der von einer Gruppe abgearbeitet werden kann auch von einem Gruppenführer geleitet werden. Selbiges gilt für den Zugführer und dessen Löschzug. In Baden-Baden fährt spätesten der EvD (Einsatzleiter vom Dienst) mit, sobald zur Wachschicht eine freiwillige Abt. hinzu alarmiert wird. Je nach Einsatzstichwort rückt der EvD auch schon mal nur mit der Wachschicht aus. Er verfügt über ein eigenes Fahrzeug, ein sog. Kommandowagen.

Fahrzeugkennzeichnung

Wenn auch die Namensgebung bzw. die Nummernkennzeichnung auf einem Einsatzfahrzeug auf den ersten Blick recht verwirrend wirkt, so steckt doch ein ganz einfaches System dahinter. Hat man dieses verstanden, weiß man fast überall in der Republik welches Fahrzeug gerade vor einem steht.

 

In der Regel haben die Fahrzeuge zwei Nummerngruppen welche durch einen Schrägstrich getrennt werden. Die erste Nummerngruppe identifiziert den Ortsteil oder die Wache innerhalb eines Gemeindebezirks. Die zweite Nummerngruppe beschreibt den techn. Fahrzeugtyp. Beispiel: 5/44 = ein Fahrzeug der Wache 5 (in Baden-Baden wäre das der Ortsteil Lichtental) und Fahrzeugtyp 44. Heißt in diesem Fall ein LF 16. Gäbe es in Lichtental zwei Fahrzeuge des gleichen Typs so wären sie wie folgt gekennzeichnet: 5/44-1 und 5/44-2. In Baden-Baden teilen sich die Berufsfeuerwehr und die freiw. Abt. Stadtmitte die selbe Wache und somit auch die selben Fahrzeuge. Insofern sind "Stadtmitte-Fahrzeuge" nicht mit 6 gekennzeichnet (Nummer der Abteilung) sondern mit der 1 für die Hauptfeuerwache.

 

Die techn. Typenaufschlüsselung gliedert sich wie folgt:

10 - 19 = Kommando- bzw. Mannschaftsfahrzeuge

20 - 29 = Tank- und Pulverlöschfahrzeuge

30 - 39 = Hubrettungsfahrzeuge

40 - 49 = Löschgruppen- und Tragkraftspritzenfahrzeuge

50 - 59 = Rüst- und Gerätewagen

60 - 69 = Schlauch- und Wechselladerfahrzeuge

70 - 79 = sonstige FW-Fahrzeuge

80 - 89 = medizin. Rettungsfahrzeuge

90 - 99 = Sonderfahrzeuge (meist aus dem Gefahrgutzug)

 

Beispiele:

1/33-1 :  1= Wache 1 / 33= Drehleiter / 1= Erstes Fahrzeug dieser Art

1/72    :  1= Wache 1 / 72= Kleineinsatzfahrzeug

13/19  : 13= Wache 13 / 19= Mannschaftstransporter

Einsatzleiter der Führungsstufe "C"

Der Einsatzleiter d. Führungsstufe C (Verbandsführer) ist die höchste Ausbildung in der freiw. Feuerwehr. Neben ihm gibt es nur noch die Mitarbeit im operativ-taktischen Führungsstab. Siehe Verbandsführer

Feuerwehrschlüsseldepot (FSD)

Wird im Objekt Alarm durch die Brandmeldeanlage ausgelöst, wird erst wenn die Leitstelle bzw. die Übertragungseinrichtung den Empfang der Feuermeldung bestätigt hat, die vordere Tür für den Zugang zur Feuerwehrschließung freigegeben. Im Innern des FSD befindet sich eine zweite Tür (Innentür), über deren Schlüssel Feuerwehr und Polizei verfügen. Die Schlüssel der Gebäudetüren werden hinter der Innentür des FSD deponiert.
Unbemerkter oder unkontrollierter Zugang über das Schlüsseldepot durch unberechtigte Personen ist ausgeschlossen, da jede Art von Manipulation umgehend Sabotage-Alarm auslöst. Das Schlüsseldepot ist elektronisch mit einem Aufbohrschutz gesichert.

Führungsgruppe

Die Führungsgruppe der Feuerwehr setzt sich zusammen aus Mitgliedern diverser Abteilungen der Feuerwehr Baden-Baden. Ihre Aufgabe besteht im Ernstfall darin, den Einsatzleiter bei größeren Schadensereignissen zu unterstützen und die Koordination der eingesetzten Mittel an der Einsatzstelle zu übernehmen. In der Regel wird sie dann alarmiert, sobald die Anzahl der eingesetzten Einheiten am Einsatzort zwei Löschzüge übersteigt. Die Standartbesetzung innerhalb der Führungsgruppe besteht mindestens aus einem Gruppenführer ELW (Verbandsführer), einem Lagekartenzeichner und zwei Fernmeldern. Diese rücken dann mit einem speziellen Fahrzeug aus, dem sog. ELW.
Der Einsatzleitwagen ist bildlich gesprochen eine rollende Leistelle mit Funk- und Disponentenplätzen sowie einem abgetrennten Besprechungsraum. Durch ihn kann die Führungsgruppe den kompletten Funkverkehr an der Einsatzstelle managen, eine bildliche Darstellung der Einsatzstelle entwerfen, Einheiten koordinieren, eine Abschnittsgliederung verwalten und sich, wenn notwendig, um die Bildung einer Infrastruktur kümmern.

Führungsstufen

Die Führungsstufen in der Feuerwehr gliedern und definieren kurz gesprochen, wer an welcher Einsatzstelle das Sagen und die Oberaufsicht hat. Es wird unterschieden von der Führungsstufe A bis zur Stufe D.

 

Die Führungsstufe A beschreibt den Einsatz einer Gruppe. Der Gruppenführer ist hier Einsatzleiter und oberste Befehlsstelle. Mit ihm zusammen besteht der Einsatz aus 9 Mann zuzüglich deren Ausrüstung.

Die Führungsstufe B beschreibt einen Einsatz in Zugstärke. Hier ist der Zugführer das oberste Organ. Ihm unterstellt sind zwei Gruppenführer und sein Zugtrupp.
Mit ihm zusammen besteht diese Stufe aus 22 Mann. In Einzelfällen kann die Anzahl der Gruppen auch höher sein.

 

Die Führungsstufe C kann aus bis zu fünf Zügen bestehen. Der Einsatzleiter und oberstes Organ ist hier der Verbandsführer. Er steht in Kontakt zu seinen Zugführerern, diese wiederum zu ihren Gruppenführern. In der Führungsstufe C operiert der Einsatzleiter mit einer Führungsgruppe. Diese übernimmt für ihn an Ort und Stelle die Koordination der einzelnen Kräfte. Der Verbandsführer übernimmt  die allgemeine Organisation. Für ihn besteht die primäre Aufgabe darin, über der Situation zu stehen und den Überblick zu behalten. Eine "C-Lage" beschreibt dann schon ein ziemlich heftiges Ereignis wie z.B. einen großen Gebäudebrand, eine räumlich große Einsatzstelle, einen Massenanfall an Verletzten durch einen Verkehrsunfall, einen Bahnunfall o.ä.

 

Die Führungsstufe D ist somit und schlussendlich eine Großschadenslage. Klassischer Weise sind dies oft sehr lange und extrem umfangreiche Ereignisse wie z.B. Unwetter, Naturkatastrophen oder Lagen, bei denen viele Hilfsorganisationen erheblich mit Personal und Gerät involviert sind. Die Einsatzleitung übernimmt jetzt in der Regel der Kreisbrandmeister. Er sitzt zusammen mit seinem Führungsstab an einem serperaten Ort und managt von dort aus das Geschehen. Die Einsatzstelle ist meistens so groß, dass Verbandsführer als Abschnittsleiter eingesetzt werden. Die Führungsgruppe übernimmt die Koordination der meist mehreren Einsatzstellen. Der Führungsstab versucht mit dem Leiter des Stabes "vor" die Lage zu kommen. D.H., man versucht zeitlich gesehen vor dem Geschehen zu denken. Was kommt in nächster Zeit alles auf einen zu? Was wird noch alles benötigt? Mit welchen Auswirkungen müssen wir bald rechnen? Ziel ist es die Dynamik aus dem Geschehen zu nehmen und sich auf kommende Tatschanen vorzubereiten, während "unten", in unteren Führungsebenen versucht wird, der Lage Herr zu werden. Wie man unschwer erkennen kann ist einen D-Lage sehr komplex und anstrengend, zeitraubend und nervenaufreibend. Glücklicherweise kommen diese Szenarien auch nur sehr selten vor.